|
Probleme, die Katze an den neuen Kratzbaum zu gewöhnen, entstehen in den meisten Fällen nicht. Eventuell ist es notwenig, der Katze zu „zeigen“, dass sie die Erlaubnis hat, Ihr neues Kratzgerät nach Herzenslust zum Toben, Klettern, Kratzen und Relaxen zu nutzen.
Manchmal hilft aber die ganze gute Planung nichts. Für die Fellnase wurden keine Mühe gescheut und sich intensiv Gedanken über den optimalen Kratzbaum gemacht. Endlich steht der Kratztempel an seinem neuen Platz, aber anstelle neugierig auf Besichtigungstour zu gehen, zeigt der Stubentiger dem Baum zum Krallenwetzen die kalte Schulter und benutzt lieber Couch, Teppich, Tapete oder eine andere Stelle, für seine Krallen.
Für dieses Verhalten kann es verschiedene Gründe geben:
Der Standort:
Da das Kratzen nicht nur der Krallenpflege dient, sondern auch eine Methode ist, um das Revier zu markieren, besteht eine Möglichkeit darin, dass der Kratzbaum an einer Stelle platziert wurde, an der die Katze nicht markieren möchte. Ein Indiz dafür ist, dass die Katze zwar auf dem Baum liegen bleibt, wenn Sie dornhingetragen wird, aber weiterhin hartnäckig an alt bewährten Stellen kratzt. Sie erkennt nicht, dass dies nun der neue Ort zum Krallenwetzen ist.
Lösung: Hier ist Hartnäckigkeit gefordert! Sobald die Katze an einer unerwünschten Stelle kratzt, sollte der Halter sie zum Kratzbaum bringen, absetzen und wieder gehen. So lernt die Fellnase mit der Zeit, dass nur diese Stelle zum Ausfahren der Krallen benutz werden sollte. Um das unerwünschte Verhalten nicht zu verstärken, ist es wichtig, nicht weiderholt laut zu schimpfen und sich aufzuregen. Die Katze erhält so mehr Aufmerksamkeit und das Gegenteil wird bewirkt.
Ein weiterer Grund könnte drin bestehen, dass der Baum in einer sehr unattraktiven Ecke der Wohnung platziert wurde. Katzen sind gesellige Tiere und möchten am Familienleben teilnehmen. Mehr Informationen dazu finden Sie auch in unserer Rubrik „Standort“.
Lösung: Versetzen Sie den Katzenkratzbaum an einen attraktiveren Ort. Eventuell muss hier etwas getestet werden, bis die wählerische Katze sich zufrieden gibt.
Es kann aber auch durchaus geschehen, dass der Kratzbaum nicht die Ursache für die Ablehnung der Katze ist. Eventuell wurde die Wand neu gestrichen und der Farbgeruch führt zur Meidung des Baumes oder es herrscht ein unangenehmer Luftzug, der dazu führt, dass die Katze den Baum meidet.
Lösung: Auch hier ist das Problem durch eine Standortänderung einfach zu lösen.
Die Größe:
Schuld an der Ablehnung eines Kratzbaumes kann auch die Größe der Kratzfläche sein. Stubentiger strecken sich beim Krallen wetzen am liebsten lang aus. Wie Sie feststellen, ob die Kratzflächen ausreichend groß sind, kann hier nachgelesen werden.
Lösung: Hier ist es sinnvoll eine ausreichend große Kratzmöglichkeit für die Katze bereitzustellen. Dies kann durch einen komplett neuen Baum, aber auch durch alternativen wie Kratzmatten oder eine Kratztonne (z.B. von zooplus.de) mit großen Kratzflächen geschehen.
Der Geruch:
Katzen sind viel geruchssensibler als Menschen. Einige Katzen meiden den neuen Kratzbaum, bis sich der Geruch fabrikneuer Möbel verzogen oder abgeschwächt hat. Es kann durchaus einige Wochen in Anspruch nehmen.

Lösung: Um den Geruch des Kratzbaumes für die Katze attraktiver zu gestalten, kann der Körpergeruch der Katze am Baum angebracht werden. Dazu wird der Katze mit einem Baumwolltuch leicht über das Fell, die Pfoten mit den Duftdrüsen und den Analbereich gerieben und anschließend auf die Kratz- und Liegeflächen des Kratzbaumes aufgetragen. Auch die Lieblingsdecke oder ein Spielzeug kann auf dem Baum platziert werden. So wird eine vertraute Atmosphäre geschaffen.
Oft wird auch der Einsatz von Catnip (=Katzenminze), Baldrian oder andere Lockmittel empfohlen. Hier sollte jedoch mit Bedacht vorgegangen werden und vor dem Einsatz sicher gehen, dass der Stubentiger den Geruch der Minze auch als angenehm empfindet. Ist der Duft erst einmal auf dem Kratzbaum angebracht, ist es sehr schwer die Minze wieder zu entfernen. Empfindet die Katze dies nicht als angenehm kann dies zur Folge haben, dass der Baum für immer gemieden wird. Einige Katzen zeigen auch keinerlei Reaktion auf die Beigabe von Katzenminze. Sie sollte auch nur wohldosiert und höchstens 2-3 Mal pro Woche angeboten werden, um eine Desensibilisierung zu vermeiden.
Weitere Möglichkeiten, um die Katze an das neue Kratzgerät zu gewöhnen, sind zum Beispiel das Platzieren von Leckerlies auf dem Baum oder das Einbeziehen des Kratzbaumes in das tägliche Spiel mit der Katze. So verknüpft die Katze mit der Zeit Positives (Spielen, Schmusen, Leckerlies usw.) mit dem Baum und kann sich daran gewöhnen.

Um Katzen davon abzubringen, weiterhin an Tapeten, Teppich oder der Couch zu kratzen, kann es auch helfen, an diesen Stellen zooplus.de Kratzbretter oder Kratzteppiche anzubieten. Dies hilft jedoch auf Dauer nicht, die Katze an die neue Kratzmöglichkeit zu gewöhnen.
Katzen sind sehr intelligente Tiere. Bei falschen Signalen kann es deshalb oft geschehen, dass unerwünschtes Verhalten zusätzlich verstärkt wird. Deshalb gilt grundsätzlich, die Katze nicht zu überfordern, genau zu zeigen, was von Ihr erwartet wird und nicht ungeduldig zu werden.
|